Fenster- und Türelemente dürfen keine statischen Lasten tragen.
Für die Stabilität ist deshalb das tragende Gerüst zuständig.
Grundsätzlich kommen zwei verschiedene Konstruktionsprinzipien zur Anwendung.
Die Pfosten-Riegel-Konstruktion

Die Pfosten-Riegel-Konstruktion:
P = Pfosten, R = Riegel, S = SparrenDiese besteht aus einem relativ grazilen Ständerwerk. In dessen Raster werden bewegliche Elemente wie Fenster und Dreh-(Kipp-)Türen mit eigenen Rahmen integriert. Dabei nimmt dieses Ständerwerk alle Eigengewichts- und Schneelasten sowie eventuelle Verkehrslasten auf (Dachverglasungen dürfen allerdings nicht begangen werden). Damit bei dieser Beanspruchung innerhalb der Konstruktion keine Spannungen entstehen, die etwa zu Glasbruch führen könnten, muss sich die Konstruktion in begrenztem und definiertem Umfang verformen können. Die Kraft zwischen Wandanschluss, Dach und Fußpunkt wird dabei vertikal über alle Sparren und Pfosten abgeleitet, während die horizontalen Riegel dem Zusammenhalt der Gesamtkonstruktion und in gewissem Maße auch der Aussteifung dienen.
Das Rahmentragwerk

Das Rahmentragwerk
R = RahmenMehr Spielraum auch für größere Öffnungselemente, etwa Schiebetüren, bietet als zweites Konstruktionsprinzip das Rahmentragwerk, das im senkrechten Bereich mit weniger Pfosten arbeitet: Auch hier muss das Tragwerk die Eigengewichts-, Schnee- und mögliche Verkehrslasten übernehmen und außerdem in sich ausgesteift werden. Die Rahmen und Glasscheiben der Öffnungselemente dürfen nämlich auf keinen Fall zur Aussteifung herangezogen werden.